Böllerschützen – königlich privilegierte Feuerschützengesellschaft Vilshofen 1601

Die Böllerschützengruppe ist die jüngste Sparte der über 400 Jahre alten
Feuerschützengesellschaft Vilshofen und besteht derzeit aus 3 Böllerschützinnen und 31
Böllerschützen.
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Entstehung und Geschichte der Böllerschützen der kgl. Priv. Feuerschützengesellschaft Vilshofen Begonnen hat die Geschichte der Entstehung der Böllerschützengruppe übrigens nicht in Vilshofen, sondern in Aunkirchen und dies auch nicht etwa beim dortigen Schützenverein, sondern bei der Feuerwehr.
Im Mai des Jahres 1999 kamen nämlich während eines Kameradschaftsabends der Feuerwehr Aunkirchen Ludwig Kapfhammer und Josef Königseder auf das Böllerschießen zu sprechen. Das Thema erzeugte auch bald bei anderen Feuerwehrkameraden Interesse und so entschlossen sich Egon Felixberger, Ludwig Kapfhammer, Josef Königseder, Peter Hilkinger, Hans Hilkinger, Armin Leuzinger, Oliver Leuzinger und Karl-Heinz Englmüller dazu, eine Böllerschützengruppe zu gründen. Nach erfolgreicher Teilnahme an einem Fachkundelehrgang für Böllerschützen im Oktober 1999 in Gars am Inn mussten die frischgebackenen Böllerschützen zunächst einmal feststellen, dass die Gründung einer Böllerschützengruppe – aus juristischen Gründen – nicht so ohne weiteres möglich und mit erheblichen Schwierigkeiten und Auflagen verbunden war.
Zum einen kann das Böllerschießen nur im Rahmen eines Schützenvereins ausgeübt werden, zum anderen und das war die eigentliche Schwierigkeit – musste in diesem Schützenverein die Tradition des Böllerschießens nachgewiesen werden.
Hilfesuchend wandten sich nun die zukünftigen Böllerschützen daraufhin an die kgl. priv.
Feuerschützengesellschaft Vilshofen von 1601. Denn hier sah man am ehesten die Chance des Traditionsnachweises gegeben. Auf Grund der Jahrhunderte alten Geschichte der kgl. priv. Feuerschützengesellschaft Vilshofen war es auch kein Problem diesen Nachweis zu erbringen und der Genehmigung der neuen Böllerschützengruppe durch das Landratsamt Passau stand nichts mehr im Wege. Mit großer Spannung begab man sich nun auf die Suche nach einem passenden Hand- oder Schaftböller.
Im November 1999 besuchten die Gründungsmitglieder verschiedene Anbieter von Hand- und Schaftböllern im Salzburger Land, Berchtesgadener Land und im Chiemgau. Schon der erste Anbieter, Herr Kaufmann in Perwang/Salzburger Land, konnte den Reisenden wunderschöne Prangerstutzen vorzeigen. Im Laufe des Tages fuhr man dann noch ins Berchtesgadener Land (Böllermachereien Stanggassinger und Pfnür) und in den Chiemgau (Böllermacherei Döllerer). In weiteren Zusammenkünften und Diskussionen entschied man sich letztendlich einen Prangerstutzen von Herrn Kaufmann in Perwang anzukaufen. Im Dezember 1999 war es dann soweit. Die zukünftigen Böllerschützen der Kgl. priv. Feuerschützengesellschaft Vilshofen holten sich ihren Prangerstutzen in Perwang zu einem Preis von 14000,– öS je Stück ab. Nachdem man die Erlaubnis des Landratsamtes Passau gem. § 27 SprengG erhalten hatte, konnten erstmals in der Kiesgrube in Rauscheröd die Prangerstutzen bei scharfem Schuß anlässlich eines Übungsschießen erprobt werden. Bereits im Gründungsjahr 2000 wurden durch die Böllerschützen zahlreiche Veranstaltungen umrahmt
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Der Prangerstutzen/Schaftböller
Bei der Königlich Priviligierten Feuerschützengesellschaft Vilshofen wird auschließlich mit
sogenannten Prangerstutzen oder auch Schaftböllern geböllert, die keine Waffen im Sinne des deutschen Waffengesetzes sind, sondern lediglich Geräte, die zur Erzeugung eines Schußknalls bestimmt sind. Die Böller sind also keine Feuerwaffen oder Geräte zum Abschießen von Munition.
Der Knall wird erzeugt durch 40 Gramm Böllerpulver, das mittels eines Korkens im Lauf
komprimiert wird. Mit einem Zündhütchen wird das komprimierte Pulver entzündet und erzeugt einen lautstarken Knall.
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Aktivitäten
In den vergangenen Jahren haben die Vilshofener Böllerschützen neben regionalen festlichen Anlässen auch bei überörtlichen Festen und Schützentreffen teilgenommen. Höhepunkte in der noch nicht langen Geschichte waren hierbei die Teilnahmen bei Schützenfesten in Österreich, Schönwald im Schwarzwald, das Europäische Schützentreffen in Vöcklabruck/Österreich sowie das Böllerschießen anlässlich einer Hochzeit in Berdorf/Luxemburg sowie natürlich verschiedene Böllerschützentreffen in unserer bayerischen Heimat.
Aber auch festliche Anlässe der Stadt Vilshofen, wie Schiffstaufen, verschiedene
Einweihungsfeierlichkeiten sowie das alljährliche Neujahrsanschießen und natürlich Vereinsfeste werden durch die Böllerschützen begleitet.
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Höhepunkt bei den Aktivitäten war aber zweifelsohne der Bau der Barbarakapelle im Unteren Vilstal im Jahr 2013.
In ca. 1600 Arbeitsstunden gestalteten die Böllerschützen aus dem Gedanken der Gläubigkeit, Heimatliebe, Kameradschaft und der tiefen Verbundenheit zu unserer schönen Heimat aus einem abbruchreifen Trafohäuschen aus der Zeit des Granitabbaues die Barbarakapelle.
Da die heilige Barbara die Schutzheilige der Böllerschützen ist, war das Patronat für diese Kapelle vorherbestimmt.
Auch die alljährlich an einem Samstag nach dem Barbaratag stattfindende Barbaraandacht findet in der Bevölkerung steigenden Zuspruch.